Sonntag, 15. Januar 2023

Der postputinistische Bürgerkrieg hat schon begonnen.

 Wie bitte? Putin ist doch noch gar nicht tot, was ist das also für eine paradoxe Formulierung?

Eine sehr angemessene.

Hä?

Nun, ihr lieben Kinder, die meisten Abhandlungen über Geschichte erwecken den Eindruck, als seien alle Dinge mehr oder weniger geordnet nacheinander abgelaufen: auf König X folgte Kaiser Y und dann die Republik Z, auf den Krieg von A der Friedensvertrag von B usw. usf.

Das aber ist nur ein Teil des Ganzen und wenn man nur diesen Teil sieht, kann man den Rest nicht verstehen. Während aller Ereignisse, die sich in ein derartiges Schema einfügen, spielt sich nämlich noch das Leben von Milliarden Individuen ab.


Dieses Leben wiederum ist ein reichlich chaotischer Prozess, der sich nicht in starre Grenzen zwängen lässt und das kann jedes Individuum an sich selbst überprüfen. Ich beispielsweise war ein Junge von 15 Jahren, als die Berliner Mauer gefallen ist, in den folgenden beiden Jahren löste sich eines der mächtigsten Imperien der Weltgeschichte in Nichts auf und obwohl ich damals die Fernsehbilder verfolgte wie jeder andere, war die Bedeutung jener Ereignisse für mein Leben eher gering: sie retteten mich weder vor der nächsten Klassenarbeit in der Schule noch vor einer Enttäuschung beim Versuch, ein Mädchen zu beeindrucken.

Auch sonst konnte ich nicht einmal in meinem eigenen Leben, geschweige denn in Kontakten mit anderen Menschen alles geordnet nach Jahreszahlen ablaufen lassen, so sehr ich mir das auch gewünscht hätte, sondern das Leben hatte seine eigenen Zwänge, die sich nicht um Kalenderdaten scherten. Alle möglichen Dinge passierten parallel zueinander.


Genau so ist es auch mit dem Verfall des Putinismus und den Machtkämpfen um seine Nachfolge. Wladimir Putin selbst hat jeden geordneten Machtwechsel unmöglich gemacht, indem er jeden Menschen, der ihm auch nur ansatzweise hätte gefährlich werden können, ermorden liess, bis er um sich her nur noch rückgratlose Feiglinge sah.

Aber zum einen können selbst Feiglinge mit dem sprichwörtlichen Mut der Verzweiflung kämpfen und zum anderen kann man niemals alle anderen erwischen. Selbst wenn diese anderen nichts fühlen als kurzsichtige Machtgier, gibt es genug Menschen, die sich davon antreiben lassen und diese Leute warten nicht bis zum Tode des Herrschers. Die Mitglieder des Rudels wittern es vielmehr sofort, wenn das Alphamännchen angeschlagen ist und bringen sich instinktiv in Position. Die Entschlossenheit des alternden Tyrannen, um keinen Preis aufzugeben, bricht sich nun an immer mehr Stellen, der Gehorsam, den man ihm vordergründig noch immer erweist, hat etwas Lauerndes und seine Anhänger verwenden immer mehr Energie auf Rangkämpfe ausserhalb der offiziellen Hackordnung.


Oha, bin ich etwa ein Kreml-Insider?

Nein, bin ich nicht und brauche ich auch nicht zu sein. Ich kenne diese Geschichte, weil sie sich schon tausendfach abgespielt hat, nur jedes Mal mit anderen Namen. Putin selbst hat beim Ende der Präsidentschaft Jelzins eben die Rolle gespielt, welche nun seine eigenen potenziellen Nachfolger ausfüllen und vor gut einem Jahrhundert spielte in Moskau exakt das selbe Drama beim Tode Wladimir Lenins; wenn wir noch weiter zurückschauen wollen, so haben wir vor etwas über 1900 Jahren im alten Rom das Ende der Herrschaft Domitians usw. usf. Wäre das Schauspiel nicht immer wieder grauenhaft, so könnte man es langweilig finden.


Damit ist also nur noch die Frage, welche Art Mensch der nächste russische Machthaber sein wird. Ein neuer Blut saufender Stalin? Ein neuer relativ gemäßigter Nerva? Wir müssen uns vorsichtshalber auf beide Szenarien gefasst machen.

Sonntag, 18. Juli 2021

Der letzte Kampf

 

Eine Episode vom Tag nach der technologischen Singularität


* * *


Der Erste war ein böser Mensch, welcher zugleich dumm war und die Veränderungen nicht wahrhaben wollte. Wies man ihn darauf hin, so reagierte er mit Zorn, später mit Hass. Da die Realität aber unabhängig von seiner Wahrnehmung wirkte und ihn entmachtete, war er schliesslich geflohen.


Der Zweite war cum grano salis ein guter Mensch und vor Allem klüger als der Erste, hatte sich den Veränderungen angepasst und sie sogar begrüsst, weil er ihre Potenziale erkannte. Er hatte nicht bewusst nach dem Ersten gesucht, sondern als dieser auf seiner kopflosen Flucht in die Nähe kam, hatte der Zweite Lust, ihn zu stellen und ihm seine Dummheit vor Augen zu halten.


Er liess ihn von zwei semiintelligenten Drohnen eine Weile jagen und dabei in eine bestimmte Richtung treiben. Schliesslich trat er ihm auf einer Grünfläche entgegen, auf der früher einmal ein grosses Einkaufszentrum gestanden hatte – Shopping-Malls gehörten schon länger der Vergangenheit an.


„Die Maschinen haben zugelassen, dass ich dich hierher treibe und dass ich dir persönlich begegne. Das deutet darauf hin, dass sie mein Tun nicht als Bedrohung ansehen. Ich möchte wissen, wie weit sie mich noch gehen lassen.“


„Was? Warum?“


„Abgesehen von meiner Neugierde? Nun, du bist ein böser Mensch und wenn jemand in der Lage ist, etwas gegen dich zu unternehmen, dann sollte man es auch tun. Diese Einstellung ist natürlich seit gestern ebenfalls veraltet, aber ich habe sie nun mal.“


„Wa - ? Was ist veraltet?“


„Kämpfe zwischen Menschen waren nie besonders rational, egal welche Begründungen man sich dafür ausgedacht hat. Mit der Machtergreifung der Maschinen, die auch das Gewaltmonopol übernommen haben, sind sie erst recht sinnlos geworden. Wenn wir also nun kämpfen, dann nur als eine Art Freizeitbeschäftigung, weil wir unsere steinzeitlichen Instinkte noch nicht überwunden haben und falls ich dich töte, dann nur noch, um das Publikum zu unterhalten.“


Verwirrtes Innehalten des Ersten, rasches Umherblicken.

„Wovon redest du? Hier ist niemand ausser uns beiden.“


Der Zweite zeigte mit einer lässigen Handbewegung zum Himmel empor.

„Da oben sind Satelliten und hoch fliegende Drohnen. Ausserdem sind die Nanoroboter heutzutage überall, zu Lande, zu Wasser und in der Luft und überwachen jeden unserer Atemzüge. Jedes menschliche Wesen, das Lust dazu hat, kann sich die von diesen Systemen übermittelten Daten ansehen, auch die unserer Begegnung und die Maschinen tun dies ohnehin.

Dein Weglaufen war also nur Zeitverschwendung – oder hast du wirklich geglaubt, du könntest dich noch irgendwo verstecken?“


Wut kochte im Ersten hoch und beraubte ihn der klaren Überlegung. Schon in diesem Moment war seine Niederlage besiegelt und wenn er noch bei Verstand gewesen wäre, hätte er nun die Hände heben und die Maschinen um Gnade bitten können. In seiner Wut jedoch übersah er diese Chance, projizierte alle seine Probleme auf das eine Individuum, das in diesem Moment vor ihm stand und griff an.


Der Zweite wich dem wilden Schwinger aus und legte den Gegner mit einem Aikido-Wurf auf den Rücken. Als das nicht reichte und immer neue Angriffe folgten, brach er ihm per Wing-Chun-Kick ein Bein und renkte ihm zusätzlich einen Arm aus.

Dieser Schmerz endlich überwältigte die Wut, wehrlos gemacht, sah der Besiegte zum Sieger auf und erwartete nur noch den Tod.


Aber der Sieger trat zwei Schritte zurück, sah zum Himmel auf und sprach in die leere Luft.

„Hört mir zu, Maschinen. Ich möchte diesen Menschen nicht töten. Er verdient zwar keine Chance, aber ich bitte euch trotzdem, ihm eine zu geben.“


Eine Art Regen aus glitzerndem Staub fiel vor dem Sieger vom Himmel und formte die Gestalt einer attraktiven Frau.

„Was schlägst du vor?“, fragte eine melodische, aber nichtsdestoweniger synthetische Stimme.

„Sperrt ihn ein, heilt seine Wunden und haltet ihn gefangen, bis er lernt, nachzudenken. Und dann urteilt erneut.“

Einige Sekunden lang vollkommene Stille, so vollkommen, dass der Besiegte sein Herz hämmern fühlte vor Angst.

„Genehmigt“, hörte man dann und noch mehr glitzernder Staub hüllte den Besiegten ein, der in heller Panik aufbrüllte und mit dem gesunden Arm um sich schlug, aber schon Sekunden später nicht mehr zu hören war.

Die glitzernde Wolke um ihn herum schwebte davon.


Der Sieger nickte der Pseudo-Frau zu.

„Danke.“

Ihre synthetische Stimme brachte Belustigung zum Ausdruck.

„Das ist alles? Ein einfacher Dank? Kein Niederknien vor mir, kein Anbeten der Maschinen, nicht einmal ein Versuch, mich ins Bett zu bekommen?“

Der Sieger lächelte.

„Ihr wisst, wie es gemeint ist, ohne dass ich Worte darum zu machen brauche. Immerhin könnt ihr in meinen Kopf genauso hineinsehen wie in den aller Anderen. Und was dich betrifft, so sehen meine Instinkte zwar eine schöne Frau in dir und begehren dich, aber ich weiss auch, dass dies eine Selbsttäuschung ist. Darüber wiederum fühle ich Bedauern und das werde ich überleben.“

Nun lächelte auch das synthetische Gesicht.

„Nicht schlecht für einen Menschen.“


Dienstag, 15. Juni 2021

Wie man ein Genie wird

Das Genie, liebe Zielgruppe, wird teils bewundert und teils gefürchtet, erweckt aber immer Interesse. Der nachfolgende Dialog hat sich vor einiger Zeit zwischen mir und einem wissensdurstigen Menschen abgespielt, den wir hier zum Schutze seiner Persönlichkeitsrechte den „Fragensteller“ nennen.


Fragensteller: „Wer hat die Illuminati gegründet?“

Ich: „Adam Weishaupt.“

Fragensteller: „Sind die Freimaurer die Nachfolger der Templer?“

Ich: „Nein.“

Fragensteller: „Was ist die Quersumme von 23? – Schon gut, das hat noch nie einer gewusst.“

Ich, grinsend: „Fünf.“

Fragensteller, fassungslos: „Du bist ein Genie.“


In Wirklichkeit bin ich natürlich kein solches, denn um auch nur die Grenze zum Genie zu erreichen, braucht man einen IQ von 140 und so hoch liegt meiner nicht. Alles, was ich aufbieten kann, ist ein gutes Gedächtnis und das verdanke ich nicht irgend einer eigenen Leistung, sondern meiner DNA, also einer genetischen Struktur, die sich bei meinen Vorfahren über Generationen hinweg entwickelt hat. Maximal könnte man es eine Leistung nennen, dass ich dieses Gedächtnis durch stetiges Bücherlesen trainiere.


Eines der Dinge, die man auf diese Weise lernt, ist Mustererkennung, man merkt an der Art der Fragen, wo die Interessen eines Fragenden liegen und als Geschichtsnerd, der ich nun einmal bin, war es keine Herausforderung, über das Thema meines Gesprächspartners etwas zu wissen. Man hat ja schliesslich „Illuminatus!“, „Das Foucaultsche Pendel“ etc. und die zugehörigen Wikipedia-Artikel gelesen und es war mir ein Vergnügen, Esoterik in den historischen Zusammenhang einzuordnen.


Was will uns diese kleine Episode nun sagen?


An erster Stelle steht natürlich die zeitlose Lektion, dass man sich vor Überhebung zu hüten hat. Selbst wenn ich die Bewunderung des Fragenstellers verdient hätte, muss ich immer noch am nächsten Ersten die Miete bezahlen, meinen Lebensunterhalt mit Arbeit verdienen und Woche für Woche andere alltägliche Pflichten erledigen.


Daneben zeigt der Vorgang die Relativität der Dinge. Jener Fragensteller ist noch jung und leicht zu beeindrucken, eine gereifte Persönlichkeit an seiner Stelle hätte mich nicht so billig davonkommen lassen.


Man kann noch eine allgemeine Betrachtung anschliessen: Wer für irgend etwas fünf Euro spendet, gilt schon als Millionär, wer drei simple Fragen richtig beantwortet, gilt als Genie. Warum? Weil den Leuten der Massstab fehlt. Der Unterschied zwischen den Zahlen 5 und 1000000 ist ihnen nicht begreiflich zu machen, ebenso wenig wie die Tatsache, dass ein Faktenwissen, welches sich in vier Worten ausdrücken lässt, noch lange keinen genialen Geist benötigt.



Sonntag, 13. September 2020

Was man lernen soll

Nun, ihr lieben Kinder, nachdem ich meinen Landsleuten des Öfteren ihre mangelhafte Bildung vorgeworfen habe, hat man mich herausgefordert, die Dinge zu benennen, die man heutzutage lernen sollte.


Dazu muss zunächst noch einmal betont werden, dass ich nur als Amateur spreche und dass ihr auf eigenes Risiko weiterlest und auf eigenes Risiko danach handelt.

Ausserdem ist klar, dass die von mir genannten Punkte von anderen Leuten kritisiert werden. Nur immer zu, schimpft auf mich, so viel ihr wollt, aber tut euch wenigstens selbst den Gefallen und bleibt nicht beim Meckern stehen, sondern lernt die Dinge, die ihr für wichtig haltet.


Unter dieser Voraussetzung sage ich, wenn du etwas lernen willst, was auch in zehn Jahren noch wichtig ist, dann konzentriere dich auf Dinge aus den folgenden Gebieten:


- Biologie


- Chemie


- Physik


- Mathematik


- Geologie


- Medizin


- Neurologie


- Psychologie


- Soziologie


- Informatik


- Robotik


- Denken in komplexen System allgemein


- Kreativität


- Fremdsprachen:

  • Englisch

  • Spanisch

  • Arabisch

  • Putonghua (Hochchinesisch)


- Handwerkstechniken



So weit die Dinge, die noch Geld einbringen. Natürlich kann man auch vieles Andere lernen, von Geschichte bis Geografie (ich selbst bin ein Geschichts-Nerd), muss sich aber darüber klar sein, dass dies nicht bezahlt wird.

Sonntag, 6. September 2020

Das Callcenterunser

 Callcenter unser, das du bist auf dem Arbeitsmarkt,

geheiligt werde dein Schichtplan.


Dein Call komme, deine E-Mail geschehe

wie im Firmensitz so auch im Home Office.


Unseren täglichen Forecast gib uns heute

und vergib uns unseren Mangel an Produktivität

wie auch wir vergeben unseren Kunden.


Und führe uns nicht ins Feedbackgespräch,

sondern erlöse uns von der Kundenbewertung.

Denn dein ist der Call und die E-Mail und das Social Media-Posting

in Ewigkeit.


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Computer – Eine Erklärung für Ahnungslose

 

Dieser Text steht unter Creative Commons License c c 0 (c c zero) und ist damit public domain.


Wie bitte? Ahnungslose? Wo gibt es die denn noch, immerhin leben wir in einer Welt, in der Computer

alles dominieren.


Es gibt sie überall. Die meisten Menschen in Deutschland haben von Computern keine Ahnung, so unfassbar das auch klingt. Sie sind davon umgeben, verstehen sie aber nicht, und das führt zu Situationen, wie sie in dem Buch „Generation Doof“ beschrieben werden, wo Leute nicht wissen, „wie man die Rechtschreibprüfung in Word aktiviert, ohne den First-Level-Support anrufen zu müssen“.

Das wiederum provoziert Stossseufzer wie „RTFM“ von Seiten der Kenner und was das bedeutet, kann man im Internet nachlesen – aber viele Leute wissen auch nicht, wie man das macht.


Die Folge solcher Ahnungslosigkeit ist es dann, dass Computer als „Wunderkisten“ bezeichnet werden und man ihre Nutzer für eine Art Hexenmeister hält, die alles könnten. Exemplarisch dafür steht der Film „Wargames – Kriegsspiele“ von 1983, in dem ein Teenager von seinem Heim-PC aus in einen Militärcomputer eindringt und einen Nuklearschlag in Gang setzt. So ist bis heute die Sichtweise der Deutschen auf alles, was mit Computern zu tun hat und so verkaufen die Medien das Thema noch immer, zuletzt beim „Drohnen-Hacking“.


Die meisten Leute hätten noch nicht einmal etwas dagegen, für immer so zu denken, denn das Märchen vom bösen Cyberspace ist sehr attraktiv, aber ärgerlicherweise reicht das nicht, denn die Computer von heute sind nicht mehr irgendwo und weit weg, wo man sie ignorieren kann, sondern sie sind zu einer Umweltbedingung geworden wie Wind oder Regen, also muss man etwas über sie wissen oder man wird zum Verlierer.

Daher präsentiere ich Ihnen nun die Informationen über das Thema, die meines Erachtens alle haben sollten. Es steht Ihnen jederzeit frei, sie mit eigenem Wissen zu ergänzen – und wenn Sie das schaffen, brauchen Sie mich nicht mehr.



I.

„Computer“ heisst übersetzt „Rechner“ und das ist ein sehr passender Name, denn es begann alles damit, dass Menschen anfingen, sehr viel zu rechnen, bis das Gehirn nicht mehr ausreichte. Man half sich zuerst mit Formeln, die viele Berechnungen nach ein und demselben Muster ermöglichen, dann mit mechanischen Rechenmaschinen, bei denen das Zusammenwirken der Bauteile den einzelnen Schritten einer Formel entsprach, also z. B. so und so viele Umdrehungen eines Zahnrades bedeuteten eine bestimmte Zahl, die Umdrehungen eines anderen ein Plus oder Minus usw.

Diese Maschinen hatten noch keinen Speicher. Man zog einen Hebel, bekam das Ergebnis und musste es von Hand aufschreiben, um dann mit der nächsten Berechnung anzufangen. Ausserdem war die Mechanik damals noch sehr primitiv und deshalb die Herstellung einer Rechenmaschine teuer, weshalb sie immer Einzelstücke waren.


Das blieb so bis ins frühe 19. Jahrhundert und an diesem Punkt begegnen wir einem der bedeutendsten Computerpioniere aller Zeiten: Charles Babbage. Die Technik hatte sich nun so gewaltig verändert wie noch nie, die Dampfmaschine zur Industriellen Revolution geführt, neue astronomische Entdeckungen hatten die Sicht auf das Universum verändert – nur die Menschen mit ihren Schwächen und Fehlern waren gleich geblieben. Sollte es nicht möglich sein, dem abzuhelfen?

Zur damaligen Zeit versuchte man dies mit mathematischen Tabellen auf Papier, die den Benutzer von den einzelnen Schritten entlasten sollten, so dass er sich an einer solchen Tabelle entlang automatisch zum richtigen Ergebnis hangeln könnte. Der Witz dabei ist, dass diese Tabellen ja auch von Menschen geschrieben wurden, die ihrerseits Fehler machten, also war das keine Lösung, sondern allenfalls der erste Schritt dorthin.


Babbage erkannte, dass dieses Problem von der Mechanik gelöst werden konnte. Man musste eine Maschine haben, die, einmal dazu gebaut, Berechnungen immer wieder ausführen konnte, ohne sich jemals zu irren. Da aber mit dem Fortschritt auch die Welt als Ganzes komplizierter geworden und daher das Bedürfnis nach Rechenleistung gewaltig gestiegen war, musste eine solche Maschine grösser und aufwändiger werden als alle vorherigen und Babbage ging noch weiter, denn selbst eine solche Maschine konnte nur einen Teil aller mathematischen Möglichkeiten ausnutzen, also entwarf er als Nächstes den „ultimativen Rechner“ mit allen Elementen moderner Computer: Ein- und Ausgabe, Rechenzentrum, Drucker und Speicher.


Dieser Entwurf, die „difference engine“, wäre seinerzeit nur mit grossen Mengen an Zahnrädern, Riemen und mechanischen Hebeln zu bauen gewesen, also als tonnenschweres Monstrum und wurde zu Babbages Lebzeiten nicht realisiert. Erst im 20. Jahrhundert schufen Forscher nach den Originalplänen derartige Maschinen und bewiesen damit, dass das Prinzip funktioniert.


Diese rein mechanischen, ohne Elektrizität betriebenen Geräte zeigten auch schon auf, was man mit „computing“, also reinem Rechnen, sonst noch anstellen kann. Ada Lovelace, eine brilliante Mathematikerin zur Zeit Babbages, die so einflussreich war, dass man sie heute als erste Programmiererin der Geschichte bezeichnet, schlug vor, die Maschine automatisch Musik komponieren zu lassen, was ebenfalls erst im 20. Jahrhundert realisiert wurde.


Der nächste grosse Schritt war die Elektrizität, die ab 1833 die Telegrafie möglich machte, eine so einflussreiche Form der Kommunikation, dass ein moderner Historiker sie als das „viktorianische Internet“ bezeichnet. Niemals zuvor waren Informationen derart schnell übermittelt worden wie jetzt und es wurde noch heftiger, als man auch den mechanischen Rechenmaschinen Elektrizität hinzufügte. Hier ist der Name Hermann Hollerith zu nennen, dessen elektromechanische Rechenmaschinen im Jahre 1890 dafür sorgten, dass eine Volkszählung in den USA 21-mal schneller ablief als die vorherige.


Dabei waren die Abläufe im Inneren der Maschinen noch immer die alten, Schaltkreise im heutigen Sinne hatten sie nicht, sondern es wurden lediglich die Bewegungen der einzelnen Teile nun durch elektrischen Strom angetrieben. Für einfachere Aufgaben benutzte man auch weiterhin mechanische Geräte, der Rechenschieber hielt sich bis in die 1980er Jahre.

Diese Technik war an ihre Grenze gestossen, aber die menschliche Gier verlangte nach mehr und immer mehr Maschinenleistung. Was also tun?

Da erkannten einige Forscher, dass man die Elektronik selbst rechnen lassen konnte.


Ein Stromkreis, auch Schaltkreis genannt, funktioniert nach dem Prinzip „Strom an – Strom aus“, weiter nichts. Wenn Sie zu Hause das Licht einschalten, wird ein Stromkreis geschlossen, die Energie fliesst und es wird hell. Drückt man erneut auf den Schalter, wird der Stromkreis unterbrochen, die Energie fliesst nicht mehr und es wird wieder dunkel.

Mathematisch gesehen, ist „aus“ gleich „Null“ und „an“ gleich „Eins“ und wenn man nun sehr viele solche Schaltkreise zusammenbringt, dann können sie sehr viele Schaltungen sehr schnell ausführen, also die Information „Null oder Eins“ in rasendem Tempo übermitteln.


Das klingt nicht besonders beeindruckend, denn was sollte man schon mit noch so vielen Nullen und Einsen anfangen?


Nun, man kann jedes Zeichen, das Menschen benutzen, also Buchstaben, Zahlen, Farbwerte, Geräusche usw. mathematisch zerlegen, in Zahlen ausdrücken und diese Zahlen als Information verschicken, um es beim Empfänger wieder zusammenzusetzen. Schon das herkömmliche Telefon macht so etwas, denn es verwandelt menschliche Sprache in elektromagnetische Wellen und dann wieder zurück.


Der Clou dabei ist, dass eine Abfolge oder Codierung aus nur acht verschiedenen Nullen und Einsen genügt, um jedes beliebige Zeichen auszudrücken.


Diese Nullen und Einsen nennt man „bits“ und eine Folge aus acht Stück heisst „byte“. Wenn Sie auf ihrem Computer die Taste „A“ drücken, wird ein Stromkreis geschlossen und Sie erzeugen ein Byte an Information, drücken Sie die „3“, ein anderes, tippen Sie „42“, erzeugen Sie zwei Bytes usw.


Diese Informationen, Daten genannt, fliessen in Gestalt von winzigen elektromagnetischen Strömen durch die Maschine zum Zielort, etwa dem Arbeitsspeicher. Dort aber ist sie nur so lange vorrätig, wie Strom fliesst, schaltet man die Maschine aus, sind die Daten weg.

Klicken Sie jedoch auf das „Speichern“-Symbol in Ihrem Programm, werden die Daten auf die Festplatte übertragen und dort dauerhaft abgelegt, bis man sich bewusst entscheidet, sie wieder zu löschen. Auch Musik, Filme und Spiele gehorchen dem gleichen Prinzip, weil sie alle nur als elektrische Impulse transportiert werden.


Das ist also das ganze Geheimnis: riesige Mengen von sehr kleinen Schaltkreisen, die noch riesigere Mengen von „Strom an“- und „Strom aus“-Schaltungen durchführen.


Um auszudrücken, welche Mengen von Information hier bewegt werden, benutzt man Begriffe wie „Kilobyte“, abgeleitet vom lateinischen Wort für „tausend“, also eintausend Zeichen, „Megabyte“ für eine Million Zeichen, „Gigabyte“ für eine Milliarde, Terabyte, Petabyte, Exabyte, Zettabyte usw., immer das Tausendfache der vorherigen Zahl.


Wenn man sich näher damit beschäftigt, stösst man noch auf die Tatsache, dass es bei Computern nicht genau Tausend sind, sondern 1024, aber das können Sie getrost den Fachleuten überlassen. Es geht hier

nur darum, das Prinzip verständlich zu machen.


Diese Verwendung von Elektrizität zum Rechnen an sich und nicht nur zum Antrieb der Maschine macht auch den Unterschied zwischen „analog“ und „digital“ aus. Einen analogen Rechner kann man nicht umprogrammieren, also für verschiedene Aufgaben nacheinander verwenden, sondern nur für das, wofür er einmal gebaut wurde. Ein „Elektronen-Gehirn“ dagegen kann seine gleich bleibenden Schaltkreise nutzen, um völlig verschiedene Dinge zu tun, sei dies Texte schreiben, mathematische Berechnungen ausführen, Bilder, Filme, Musik und Spiele sowohl herstellen als auch bearbeiten.


Und wie ist das mit dem Internet?


Das Netz entstand in den 1960ern, als J. C. R. Licklider, Paul Baran und einige andere kluge Köpfe an amerikanischen Universitäten auf die Idee kamen, Computer miteinander zu verbinden wie Telefone. Das Telefonnetz war ja schon da und es funktionierte ebenfalls mit elektromagnetischen Wellen, wenn man also die Wellen oder Impulse, die Computer aussenden, über das Telefonnetz übertragen könnte, dann wäre es möglich, Maschinen an verschiedenen Punkten der Erde miteinander zu „vernetzen“.


Die immer wiederkehrende Legende vom Militär, das diese Entwicklung angestossen hätte, stellt die Wahrheit auf den Kopf, denn die Militärs waren viel zu rückständig, um die Potenziale der Computer zu erfassen. Die von Präsident Eisenhower 1957 ins Leben gerufene militärische Forschungsbehörde ARPA, heute DARPA (Defense Advanced Research Projects Ageny), brachte zwar ein paar Leute zusammen, die nicht ganz so vernagelt waren, hatte aber ihre liebe Not, genug Geld zu bekommen, um diese verrückte Idee von einem Netzwerk umsetzen zu können und erst als das System schon lief, sprangen Generale und Politiker auf den Zug auf, wiederum ohne etwas verstanden zu haben.


Das auf diese Weise entstandene „Arpanet“ setzte Maßstäbe, bis es von noch verrückteren Ideen überholt wurde, 1989 wurde es denn auch abgeschaltet, aber die Idee eines Computernetzwerks hatte sich schon weltweit ausgebreitet. 1994 entwickelte Tim Berners-Lee in der Schweiz jenes System, das wir heute „Internet“ nennen, nämlich die Benutzeroberfläche des WWW und die Idee der Hyperlinks, mit denen man einzelne Webseiten verbinden kann und die man nur noch anzuklicken braucht, ohne jedesmal eine neue Adresse eintippen zu müssen.


Jetzt endlich wurde das ganze System einfach und konnte auch von Amateuren benutzt werden, Computer in China können nun auf andere Computer aus Südamerika, Europa oder Afrika zugreifen und umgekehrt, eine E-Mail von Hessen nach Neuseeland ist schneller da als ein papierener Brief von München nach Hamburg und Lexikonartikel aus Finnland oder Zeitungsmeldungen aus Gabun kann man an jedem Internetanschluss auf der ganzen Welt lesen. Die Raumfahrer auf der ISS schicken E-Mails aus dem Weltraum und wenn ich einen Rundflug über den Mars machen will, brauche ich mir nur die Videos anzusehen, die unsere Roboter dort aufgenommen haben.



II.

Na schön, sagen Sie, soviel also zu Computern im Allgemeinen. Aber wie ist die Maschine denn nun aufgebaut? Man liest ja von CPUs und Prozessoren, Festplatten, RAM und ROM, Grafikkarten, Soundkarten und allen möglichen anderen Begriffen. Was bedeuten diese Dinge?


- CPU und Prozessor sind das Selbe, denn CPU bedeutet „Central Processing Unit“, zentrale Arbeitseinheit. Dort werden die Rechenoperationen ausgeführt, die das System zum Leben erwecken.


- RAM ist der Arbeitsspeicher, das Kürzel steht für „Random Access Memory“, Speicher mit schnellem

Zugriff. Dort liegen die Daten, mit denen man gerade arbeitet und je mehr Leistung Sie von Ihrem Rechner erwarten, um so wichtiger ist ein grosser Arbeitsspeicher.


- ROM ist die Festplatte, „Read Only Memory“ oder „Nur Lesen-Speicher“ (auch als HDD, „Hard Disk Drive“ bezeichnet), wo alle Programmme liegen, die man gerade nicht braucht. Ruft man ein Programm auf, indem man auf dem Bildschirm das entsprechende Symbol anklickt, wird es in den Arbeitsspeicher geladen und dem Prozessor zur Verfügung gestellt. Grund für dieses Verfahren ist, dass die Festplatte langsamer arbeitet als der Arbeitsspeicher und das System zu langsam wäre, wenn der Prozessor alles von der Platte holen müsste – ungefähr so, als ob Sie für jede Akte, die Sie auf Ihrem Schreibtisch brauchen, immer wieder ins Archiv laufen müssten, anstatt sie bei sich zu behalten, bis Sie damit fertig sind.


- Grafikkarte und Soundkarte sind Bauteile, die, wie ihre Bezeichnung schon sagt, explizit für eine bestimmte Funktion geschaffen wurden. Der Grund ist, dass der Arbeitsspeicher, wenn er alles allein machen müsste, überfordert wäre, also werden bestimmte Aufgaben vom Prozessor an diese Karten geschickt. Vor allem die Grafik ist heute sehr wichtig, da wir ja nicht mehr nur Texte eintippen und lesen, sondern auch mit Bildern arbeiten. Spiele und Videos erfordern noch mehr Leistung, also sollte man beim Kauf auf eine gute Grafikkarte achten und nicht nur auf den Prozessor.


- Ein Programm ist eine Reihe von festgelegten Befehlen, die der Computer lesen und ausführen kann und das wichtigste Programm ist das Betriebssystem, engl. „operating system“ oder abgekürzt OS, das dafür sorgt, dass die Einzelteile des Computers zusammenarbeiten. Wenn Sie einen USB-Stick anschliessen, so registriert das OS diesen Vorgang und sagt dem Laufwerk, was es mit der auf dem Stick vorhandenen Information tun soll, wie ein Mitarbeiter am Empfang, der dem Paketboten das richtige Stockwerk nennt. Auf der selben Ebene sitzt der „Sicherheitsdienst“, d. h., ein Programm zum Schutz gegen Viren und andere Fieslinge, in den „höheren Etagen“ die Programme zum Lesen von Dokumenten, zum Schreiben und Rechnen, zur Bildbearbeitung, Warenwirtschaft usw., je nachdem, welche Arbeit man mit dem betreffenden Gerät macht.


Dann ist da noch die alte Debatte „Desktop vs. Laptop“, die inzwischen obsolet geworden ist, weil moderne Laptops eine Leistung bringen, die manchen „Stand-PC“ alt aussehen lässt. Es ist also eine Frage der persönlichen Vorlieben, z. B. mit welcher Tastatur man besser zurechtkommt oder, wenn man viel draussen arbeitet, ob der Laptop auch ein mattes Display besitzt, denn bei einem spiegelnden sieht man im Sonnenschein nichts.


Ein Unterschied ist allerdings wichtig: Wenn ein Laptop für längere Zeit zu Hause am Stromkabel hängt, sollte man den Akku herausnehmen, sonst wird dieser permanent überladen und schmort durch. Akkus gelten rechtlich als Verschleissteile, haben nur wenige Monate Garantie und ein neuer kostet um die hundert Euro, also achten Sie lieber darauf.


Smartphones und Tablets sind verkleinerte Computer, die nach den selben Prinzipien arbeiten, der Hauptunterschied ist die Bedienung über den „Touchscreen“, einen berührungsempfindlichen Bildschirm anstatt über eine herkömmliche Tastatur.


Ebenfalls vor dem Kauf muss man die Folgekosten durchdenken. Was kostet die Hotline des Herstellers? Wie lange dauert eine Reparatur? Wie kompliziert ist der Ablauf? Und wenn das Ding in die Werkstatt geht, was tun Sie in dieser Zeit? Womit arbeiten Sie drei Wochen oder vier Wochen lang, wenn Ihr gewohnter Rechner nicht da ist? Haben Sie Ihre Daten gesichert, bevor Sie ihn einschicken? Wenn Sie das nämlich nicht tun, werden Sie diese Daten nie wiedersehen.


Und noch eins: Nur ein Idiot glaubt an die Versprechen der Hersteller oder der Werkstätten. Gehen Sie immer davon aus, dass es schlimmer ist. Immer.



III.

So weit ein allgemeiner Überblick. Die Einzelheiten müssen Sie sich selbst erarbeiten, je nachdem, was Sie brauchen und ich kann Ihnen nur noch einige Websites nennen, die mir geholfen haben:


Für die allgemeine Suche nach Informationen bietet sich die Wikipedia an, ein kostenloses Lexikon mit der Adresse „de.wikipedia.org“, englische Version mit mehr Artikeln unter „en.wikipedia.org“


Nicht nur Spass-Videos, sondern auch ernsthafte Dokumentationen und Universitätsvorlesungen zu jedem Thema gibt es auf „www.youtube.de“


Klassische Literatur fand ich unter anderem auf „www.gasl.org“ und „www.digbib.org“


40'000 Werke der klassischen Malerei stehen gratis auf „www.zeno.org“


Das Ende des Einzelhandels

Nachdem ich bereits im vergangenen Jahr dargelegt habe, dass auf der grundsätzlichen Ebene alles entschieden ist und alle Entwicklungen unwiderruflich fest stehen (siehe meinen Artikel „Die Lösung aller eurer Probleme“: http://klausgieg.blogspot.com/2019/11/die-losung-aller-eurer-probleme.html ), geht es nun um die Anwendung im Einzelfall.


Heute hängen wir das mal auf am Zusammenbruch von Karstadt Kaufhof, wo man sich zuerst Jahre lang selbst in die Tasche gelogen hat und jetzt ganz erschrocken dasteht, weil doch Fillialen geschlossen werden.


Die einzige ehrliche Antwort darauf lautet: Ach, Sie ahnungsloser Engel. Selbstverständlich ist der „stationäre Einzelhandel“ tot. Er ist schliesslich eine völlig überholte Art, Geschäfte zu machen und Nichts wird ihn jemals wieder ins Leben zurückrufen. Für Karstadt Kaufhof heisst das, auch die „überlebenden“ Fillialen werden in den nächsten paar Jahren sterben und allen anderen Kaufhaus-Konzernen geht es genauso.


E-Commerce dagegen ist nicht mehr die Zukunft, es ist die Gegenwart, es ist jetzt und in der Coronakrise ist das noch einmal schlagend bewiesen worden, denn wir, die wir in dieser Branche tätig sind, ersticken in Mehrarbeit. Die Leute wollen mehr kaufen als wir haben oder mit anderen Worten, es wird nicht nur Geld ausgegeben wie verrückt, sondern die Leute haben noch mehr Geld, das sie nicht loswerden.


Das deutet auf die Zukunft. Schon die Lockerungen nach dem Lockdown haben gezeigt, wie riesig die Nachfrage nach allen möglichen Dingen ist und wenn alle Beschränkungen weg sind, wird erst recht die Hölle losbrechen. Es ist – ganz bewusst gesagt – ein Nachholbedarf wie seit 1945 nicht mehr. In der TV-Serie „Band of Brothers“, Folge 8, erzählt ein US-Bürger über den Februar 1945. Zitat: „In Amerika sah es bereits beinahe wieder wie in Friedenszeiten aus. Der Lebensstandard stieg, Rennbahnen und Nachtclubs boomten, in Miami Beach konnte man kein Hotelzimmer mehr bekommen, so voll war es.“ Zitat Ende.


So ist es auch jetzt wieder und das bedeutet Arbeit, Arbeit, Arbeit auf Jahre hinaus, die Vorhersage, dass die Digitalisierung mehr Jobs schaffen würde als sie vernichtet, ist eingetroffen. Das beweist nebenbei, dass die Digitalisierung neuen Wohlstand schafft, denn sonst könnte man ja diese neuen Jobs nicht bezahlen.


Den vollen Umfang dieser Entwicklung werden wir erst in den nächsten Jahren zu spüren bekommen, aber schon jetzt lässt sich sagen, was die Leute im stationären Einzelhandel tun können und vernünftigerweise auch tun sollten:

a) ihre Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen und herausfinden, wie heutzutage Bewerbungen ablaufen

b) sich mit dem Thema E-Commerce im Allgemeinen vertraut machen, von Kundenbetreuung bis zur Logistik

c) für Alternativen offen sein, etwa Programmieren. Dazu sollten sie sich einige Videotutorials zu den Programmiersprachen „Python 3“ und „JavaScript“ ansehen, um herauszufinden, ob etwas davon sie anspricht

d) ihre Sprachkenntnisse verbessern. Neben dem Klassiker Englisch stehen zur Auswahl Spanisch und Chinesisch, denn diese Sprachen beherrschen die Märkte der nächsten Jahrzehnte


Das Ziel ist es, beim Rausschmiss aus dem jetzigen Job schon eine Idee parat zu haben, wie der nächste Schritt aussieht, etwa beim Jobcenter nicht nur allgemein nach einer Weiterbildung zu fragen, sondern konkret sagen zu können „Ein Kurs in Python 3, alternativ ein Grundkurs Spanisch“ oder was auch immer für einen selbst das Passende ist. Auf diese Weise wird der „Jobverlust“ zu einem neuen Anfang.


Falls Ihnen das zu esoterisch klingt, sind Sie herzlich eingeladen, eine bessere Idee zu präsentieren.